Sonderausstellung:

Zur Wohnungsfrage

Historische und aktuelle Kämpfe ums Wohnen

Der Kapitalismus formt unseren Alltag nach Regeln des Profits. Diese Regeln schlagen sich insbesondere darin nieder, dass Wohnraum als Ware behandelt wird. Vermieter*innen profitieren davon, Wohnungen zu vermieten, wohingegen die Mieter*innen einen erheblichen Anteil ihres Einkommens dafür aufbringen müssen, jeden Monat ihre Miete zu bezahlen.

Kapitalistische Dynamiken ordnen die Stadt ständig neu, weil die Mieten steigen und es zur Verdrängung jener Menschen kommt, die sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können. Sie müssen in kleinere Wohnungen oder in andere Stadtteile umziehen, verlieren ihre Wohnung durch Zwangsräumung oder sie müssen sich von einer Zwischenmiete zur nächsten hangeln, um überhaupt einen Ort zum Leben zu haben.

Dieser Gegensatz hat mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Berlin zu Kämpfen um eine Stadt jenseits kapitalistischer Verwertungslogiken geführt. Sie dauern bis heute an. In diesen Kämpfen wurde um bezahlbare Mieten genauso gerungen wie um eine Stadt, die für alle da ist. Es wurde gestreikt, es wurden Häuser besetzt und es wurde für mehr Mitbestimmung, Vielfalt und alternative Lebensweisen sowie gegen rassistische Stadtpolitiken gekämpft und der öffentliche Raum wieder angeeignet.

Die Ausstellung stellt in historischen Tiefenbohrungen diese Kämpfe um ein Berlin jenseits der Kapitallogik dar. Sie gliedert sich in neun Abschnitte:

1. Die Mieter*innen-Bewegung im 19. Jahrhundert
2. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1929
3. Mieter*innen-Kämpfe im Märkischen Viertel 1969 – 1972
4. Migrantische Hausbesetzungen im Kreuzberg der 1980er-Jahre
5. Migrantinnen, die den urbanen Raum bewegen und transformieren
6. Hausbesetzungen im Ost-Berlin der 1980er- und 90er-Jahre
7. Die Mainzer Straße und was danach kam …
8. Kämpfe gegen die Stadt der Rendite ab 2008
9. Die Vergesellschaftung des Wohnraums

Die Ausstellung wird finanziell vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.

Programm

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02.07.2026 |17h

Vernissage

mit SEKTEMPFANG

Ab 17 Uhr eröffnet unsere neue Sonderausstellung. Bei einem Glas Sekt könnt ihr mehr über die Geschichte der Mieter*innenbewegung, aktuelle Kämpfe ums Wohnen und eine Stadt jenseits des Kapitalismus erfahren.

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02.07.2026 |19h

„das laute Berlin“

GESPRÄCH MIT RALF HOFFROGGE

Ab 19 Uhr werden wir mit Ralf Hoffrogge, Historiker und Autor des Buches „Das laute Berlin“, über die Geschichte der Ware Wohnen, die Kämpfe und Proteste dagegen sowie über eine Vergesellschaftung von Wohnraum diskutieren.

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ab 16.07.2026

Lesekreis

Friedrich Engels – Zur Wohnungsfrage

Jeden Donnerstag ab 19H

In der gemeinsamen Lektüre des Textes „Zur Wohnungsfrage“ von Friedrich Engels wollen wir einen analytischen Rahmen schaffen, um die historischen und aktuellen Kämpfe ums Wohnen besser zu verstehen. Darüber hinaus wollen wir den Text daraufhin befragen, wie die Ware Wohnen erzeugt wird, wie sie durch den Kapitalismus am Laufen gehalten wird und wie die Wohnungsfrage jenseits des Kapitalismus beantwortet werden kann.

Fragen und Anmeldungen zum Lesekreis gerne an: kontakt@museumdeskapitalismus.de

02.07. – 07.11.2026

Donnerstag: 17-19h
Samstag: 14-18h

E-mail

kontakt (at) museumdeskapitalismus.de

Adresse

Köpenicker Str. 172
10997 Berlin

Bus & Bahn

U1 & U3
-> Schlesisches Tor
Bus 165 & Bus 265
-> Eisenbahnstr.