Museum des Kapitalismus

Ort für politische Bildung in Berlin

Ausstellungen

Sonderausstellung

Zur Wohnungsfrage

verlängert bis zum 12.12.2026

Die Ausstellung stellt in historischen Tiefenbohrungen die Kämpfe um ein Wohnen und Leben in Berlin jenseits der Kapitallogik dar. Sie gliedert sich in neun Abschnitte:

1. Die Mieter*innen-Bewegung im 19. Jahrhundert
2. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1929
3. Mieter*innen-Kämpfe im Märkischen Viertel 1969 – 1972
4. Migrantische Hausbesetzungen im Kreuzberg der 1980er-Jahre
5. Migrantinnen, die den urbanen Raum bewegen und transformieren
6. Hausbesetzungen im Ost-Berlin der 1980er- und 90er-Jahre
7. Die Mainzer Straße und was danach kam …
8. Kämpfe gegen die Stadt der Rendite ab 2008
9. Die Vergesellschaftung des Wohnraums

Dauerausstellung

Das Museum des Kapitalismus macht an vielen interaktiven Stationen die Mechanismen und Auswirkungen des Kapitalismus fassbar.

Die Ausstellung macht den Kapitalismus als gesellschaftliches und wirtschaftliches System greifbar und regt dazu an, die eigene Rolle zu hinterfragen und sich kritisch mit dem Bestehenden auseinanderzusetzen. Immer mit dem Anspruch, eine bessere und gerechtere sowie eine emanzipatorische Gesellschaft im Hier und Jetzt zu denken und mit ihr zu beginnen.

 

Veranstaltungen

Filmvorführung

Operation ICE-Storm

mit Regisseur Mike Spike Froidl

03.12.2026|19h

»Operation ICE-Storm. Germans to the Front!« (D. 2026, 50. Min. R: Mike Spike Froidl) ist ein dystopisch-satirischer Spielfilm, der noch vor ein paar Jahren als unglaubwürdig, versponnen, übertrieben und skandalös gegolten hätte. Doch inzwischen sind seine Prämissen Realpolitik, sein Stil reflektiert die wirklich verkommenen Eliten, und seine Story ist so absurd, dass noch dieses Jahr alles darin wahr werden könnte. Ein Film zum Fürchten. Und zum Lachen.“

Dr. Peter Seyferth, München

Lecture

Dialectics as a Method, Not Ontology, As Applied by Karl Marx

mit Katarina Kolozova

15.12.2026|18h

In Intellectual and Manual Labour (1970), Sohn-Rethel argues that Kant’s transcendental subject formally resembles exchange abstraction. Because Kant defines the subject as time, capitalism operates on a Kantian subject driven by pure temporality; wage workers rent out labour time in exchange for abstract value expressed through monetary price. True, capital is the product of pure abstraction – surplus value, and the latter grows exponentially with the elimination of any materiality, certainly commodity, including wage labour as commodity. M-C-M turns into M-M’, Marx said it himself (he needs no corrections here by the “post-Marxists”). However, this creates a contradiction that cannot be “sublated” as this is the question of real vs. (human) transcendental – the final contradiction.

Lecture

Time, Subject and Capital

mit Carl Olsson

05.01.2027|18h

Discussing Kant in an era of attempted criticisms of capital/ism is pressing, be it a discussion in terms of Marxian critique and communist commitment or one in defense of capital. Kant’s “Copernican Revolution” of de-ontologizing time—i.e., rendering it “the stuff” subjectivity is made of—corresponds with capitalism’s subjectivity-centered reasoning and Time as a measure of value. Pricing waged and unwaged labor dictates surplus or, ideally, just pure value (M-M’ instead of M-C-M). At a time when AI development is driven precisely by the idea of removing the cost of human labor, we are being convinced that labor and wages are irrelevant to contemporary value theory. Yet again, removing these costs seems to be an immense incentive, and it only makes sense because, over the past year, labor time has been increasing on a global scale, not the other way around. Kojin Karatani recognizes the method of critique (inherited from Kant) in the execution of Marx’s analysis of capital, whereas we are focusing on the centrality of time as the “stuff” capitalism is made of (just like the Kantian subject). On the occasion of this public lecture at SMR ICP Fall 2026-27, we are inviting Carl Olsson to contribute to our curriculum with a short presentation of his latest publication with Becoming Press, The Mouth That Eats Itself: Geography & the Problem of Space (2026).

Lesung

Werkstadt

mit Autor Felix Geiser

04.02.2027|19h

Das VW-Werk Wolfsburg, Deutschlands größter Industriekomplex, liegt nach der Insolvenz des Konzerns plötzlich brach. Das Gelände droht zu verfallen und wird nach und nach besetzt, bewohnt, gestaltet – von Künstlern, obdachlosen Menschen, Ravern, ehemaligen Angestellten, Familien und Freaks. Der so entstehende Ort ist für manche existenzielle Notwendigkeit, für andere Experimentierfeld oder ein letzter idealistischer Versuch.

Der Autor Felix Geiser, der mit ›Werkstadt‹ seinen Debütroman vorlegt, ergründet dieses Soziotop multiperspektivisch. Die Protagonisten Lena, Henry, Dina und Walter, deren Lebensumstände und Vorstellungen sich stark voneinander unterscheiden, verhandeln elementare Fragen des sozialen Miteinanders in einer neoliberalen Welt der Vereinzelung. Die ›Werkstadt‹ wird zum Text und Ort einer Utopie, die sich keine nahe oder ferne Zukunft imaginiert, sondern das Undenkbare hier und heute zu vergegenwärtigen versucht und damit auch Fragen nach dem utopischen Schreiben selbst aufwirft.

Call for Action

Call for Action

Im Museum des Kapitalismus (MdK) in Berlin-Kreuzberg soll mit der Hans-Georg-Backhaus-Bibliothek (HGB^2) eine unabhängige radikale Studienbibliothek aufgebaut werden und durch ein inhaltliches Diskussions- und Veranstaltungsprogramm ergänzt werden. Dafür suchen wir Mitstreiter*innen.

Öffnungszeiten

Donnerstag & Samstag

17h – 19h & 14h – 18h

Kontakt, Workshops & Raumvermietung

Adresse

Köpenicker Str. 172
10997 Berlin

E-Mail

kontakt  (at)  museumdeskapitalismus.de