Comicausstellung

Hoffen,wenn die Welt schmerzt

 

Hoffen, wenn die Welt schmerzt

Eine ethnografische Studie über Weltschmerz und Zukunftsimaginationen und eine politische Reflexion über die transformative Kraft des Hoffens als Widerstandspraxis.

In einer von Krisen erschütterten Welt, in der soziale Proteste und die Forderung nach Frieden und Gerechtigkeit in Gewalt und Zynismus untergehen, begibt sich die Erzählfigur der Graphic Novel, Leo, auf die Suche nach Hoffnung. Wie entsteht sie und wie kann man sie erhalten in einer Zeit, in der es leichter geworden ist, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus? Um sich dem Weltschmerz zu widersetzen, sammelt Leo gemeinsam mit Aktivist*innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen Imaginationen von besseren, gerechteren und friedlichen Zukünften. Wie
lebt es sich in einer Welt ohne Grenzen und Privateigentum mit geteilten Ressourcen und vergesellschaftetem Grundbesitz? Einer Gesellschaft ohne Herrschaft, Ungleichheit und Diskriminierung? Was, wenn alles allen gehört? Wie würde das unsere Perspektive auf uns selbst verändern?

Basierend auf einer ethnografischen Forschung, folgt die Geschichte der Protagonistin auf einer emotionalen, empirischen und intellektuellen Reise durch die Gesellschaft und ihre Imaginationswelten, erforscht die Zusammenhänge zwischen Vorstellungskraft, Ideologie und sozialem Wandel und widersetzt sich dem Zeitgeist, der sich irgendwo zwischen Realismus und Weltschmerz verfangen hat. Dabei werden reale Erlebnisse visuell mit sozialtheoretischen Überlegungen verknüpft, die sich an den gesammelten Zukunftsszenarien orientieren. Es sind vielfältige Geschichten davon, wie eine bessere Welt aussehen könnte, aber vor allem, wie es sich anfühlt, in so einer Welt zu leben. Eine Erzählung, die Hoffnung schafft, dass bessere Zukünfte möglich sind.

Die Ausstellung zur Graphic Novel greift die Themen des Buches als partizipativen Reflexionsprozess auf. Ausgestellt werden ausgewählte Seiten des Comics und Zeichnungen aus dem Forschungsprozess, die in der Graphic Novel weiterentwickelt wurden, verwoben mit Elementen der Erzählung aus Pappe und Papier. Zweidimensional wie die Seiten eines Buches laden sie dazu ein, sich mit den eigenen Zweifeln und Überzeugungen zu beschäftigen und dabei einen Schritt in die Zukunft zu wagen.

Hope in Times of World-Weariness

An ethnographic study on world-weariness and future imaginaries and a
political reflection on the transformative power of hope as an activist practice
of resistance.

In a world shaken by multiple crises where social protests and demands for peace and justice are often drowned in violence or cynicism, the protagonist, Leo, embarks on a quest for hope. How is it produced, and how can we maintain it in a world in which it has become easier to imagine the end of the world than the end of capitalism? To resist the climate of world-weariness, Leo collects peaceful and just futures with activists from various fields of struggle. What’s it like to live in a world without borders or private property? A world of shared resources and communitarian ways of ownership? A society without hierarchies and inequality? How would it change our perspective on ourselves in the world if everything belonged to everyone?

Based on an ethnographic study, the story follows Leo on an intellectual, empirical, and emotional journey through society and its imaginary worlds, researching the connections between imagination, ideology, and political change, resisting the zeitgeist caught up somewhere between capitalist realism and world-weariness. Throughout the story, actual events and experiences become visually intertwined with theoretical considerations and the collected future imaginaries. Multifarious stories about what better worlds could look like and what it would feel like to live in such a world. A book that creates hope for better futures.

The exhibition accompanying the graphic novel explores its themes as a reflexive, participatory process. On display are selected pages from the comic and the original drawings from the research process that are developed further in the book, interwoven with narrative elements made of cardboard and paper. Two-dimensional, like the pages of a book, they invite visitors to examine their own doubts and convictions and, in doing so, to take a step into the future.

26.03. – 23.05.2026

Donnerstag: 17h-19h
Samstag: 14h-18h

E-mail

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