Buchvorstellung:

Cornelius Castoriadis, Die bürokratische Gesellschaft

Cornelius Castoriadis (1922-1997), in Athen aufgewachsener, seit 1945 in Paris lebender politischer Theoretiker, Aktivist, Philosoph, Psychoanalytiker, Ökonom, war Mitbegründer der Zeitschrift und gleichnamigen politischen Gruppe Socialisme ou Barbarie (1948-1967). Mit dieser Gruppe entwickelte er eine radikale Kritik der westlichen wie östlichen Gesellschaftssysteme sowie der traditionellen Arbeiterbewegung. Er formulierte Grundzüge einer auf der Idee der Selbstverwaltung und der Rätedemokratie beruhenden gesellschaftlichen Alternative. Diese Grundzüge arbeitete Castoriadis später beharrlich im Sinne einer Kritik am herrschenden kapitalistischen Projekt weiter aus und entwickelte einen gegen das kapitalistische Projekt opponierenden Alternativentwurf kollektiver wie auch individueller Autonomie. Dabei spielte die intensive Auseinandersetzung mit dem – in Castoriadis‘ Lesart – bürokratischen Kapitalismus der UdSSR immer eine zentrale Rolle.

Das von Michael Halfbrodt und Harald Wolf vor nunmehr 20 Jahren auf den Weg gebrachte Editionsprojekt Cornelius Castoriadis: Ausgewählte Schriften geht mit dem voluminösen zehnten Band Die bürokratische Gesellschaft, der bei dieser Veranstaltung vorgestellt wird, in eine neue Runde. Das Buch bietet dreierlei: eine theoretisch angeleitete, materialreiche Chronik des gesellschaftlichen Regimes Russlands von 1917 bis 1990 in revolutionärer Absicht, Antworten auf die Fragen: »Was war die UdSSR?« und »Was ist der bürokratische Kapitalismus?« und außerdem viel Erhellendes über Entstehung und Entwicklung des Castoriadis’schen Theorieentwurfs selbst.

Harald Wolf, Göttinger Soziologe, wird den Band vorstellen und auch die Aktualität des – zunächst womöglich anachronistisch klingenden – Konzeptes des bürokratischen Kapitalismus deutlich zu machen versuchen. Dabei wird genügend Zeit sein, nachzufragen, nachzuhaken und kritisch zu intervenieren.

Mehr Infos zum Buch gibt es hier.

Cornelius Castoriadis, Die bürokratische Gesellschaft:

  • Datum: 21. Februar 2026
  • Uhrzeit: 19h
  • Ort: Museum des Kapitalismus
  • Eintritt: frei

21.02.2026

Samstag: 19h

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