Gefangen im Kapitalismus – Überwachen & Ausschließen von Armen #1


Gefangen im Kapitalismus – Überwachen & Ausschließen von Armen #1
Vortragsreihe

Montag | 20. Mai 2019 | 19h || Freitag | 07. Juni 2019 | 19h || Mittwoch | 19. Juni 2019 | 19h

In der Veranstaltungsreihe “Gefangen im Kapitalismus” des Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU] dreht sich an drei Abenden alles um Armut und Gefängnis im Kapitalismus. Den Auftakt machen am Montag, den 20. Mai um 19h Helga Cremer-Schäfer, Soziologin und Kriminologin aus Frankfurt / Main und die Naturfreundejugend Berlin mit iher Initiative Entknastung!.

Ganz ausführliche Informationen zu den einzelnen Vorträgen, Referent_innen und zum Programm findet ihr direkt auf der Website von SaU. Und unsere aktuellen Neuigkeiten zur Vortragsreihe auf Facebook.

Zunächst freuen wir uns auf folgende Vorträge:

// Helga Cremer-Schäfer:
Neoliberale Produktionsweise und Populismus als herrschende Politikform sorgen dafür, dass sich Sicherheitspolitik und besonders Kriminalitätsdiskurse wieder verstärkt materialisieren: Das Ein- und Ausschließen in Gefängnissen und anderen geschlossen Anstalten wird als Selbstverständlichkeit und unkontrollierter als je praktiziert. Wie Aus- und Wegschliessen von Außenseitern, Armen und Fremden „ohne Schuldgefühl“ sich mit neoliberaler „Arbeitsmoral“ und Politik-Form verbindet und durch eine Kultur der Punitivität (und Ideologie) legitimiert wird, beschreibt Helga Cremer-Schäfer in ihrem Vortrag.

// Entknastung! mit Naturfreundejugend Berlin:
Armut wirkt strafverschärfend, das heißt wer arm ist, landet eher im Gefängnis als eine wohlhabende Person. Bei dieser Aussage denken viele vermutlich zunächst daran, dass mehr verfügbares Geld eine bessere anwaltliche Verteidigung ermöglicht. Zum Beispiel wird Fahren ohne Fahrschein durch Armut begünstigt und kann im Vergleich zu anderen geringfügigen Vergehen wie beispielsweise Falschparken auch härter bestraft werden - nämlich mit einer Gefängnisstrafe. In dem Vortrag wird anhand des Begriffs der Delinquenz nachgezeichnet, wie bestimmte Gruppen strukturell vom Rechtsapparat benachteiligt werden und warum sich trotz der offensichtlichen Ungerechtigkeit bisher nichts an dem Zustand geändert hat.

Weitere Termine:
Freitag | 07. Juni: Bestrafung von Armut - Ersatzfreiheitsstrafen mit Frank Wilde und Henriette Scharnhorst
Mittwoch | 19. Juni: Was tun? Organisierung gegen Ausbeutung mit der Soligruppe Berlin der
Gefangenen Gewerkschaft / Bundesweite Organisation - GG/BO