Counterculture – Lebensstil – Revolution


Counterculture – Lebensstil – Revolution
Vortrag

Mittwoch, den 8. Mai 2019 | 19h

Als die ersten Aufnahmen der Erde aus dem Weltall veröffentlicht wurden, entstand das Bild der blue marble. An ihm formierte sich nicht nur ein Verständnis von einer globalen Ökosphere, der Interdependenz alle Weltregionen untereinander und der Menschheit als Gemeinschaft, es diente auch dazu, alternative Lebensweisen einer Counterculture hervorzubringen. Die Counterculture war divers, sie formierte sich mal als Umweltbewegung, mal als Do-It-Yourself-Praktiken eines Whole Earth Catalogs, mal im fairen Handel, mal in der Open-Source-Bewegung. Trotz ihrer Diversität einte sie eine radikale Kritik an fordistischen Produktionsregimen, die dazu führte, eine Zukunft der Menschheit und der blue marble nur außerhalb, niemals innerhalb, des Kapitalismus zu sehen.

Die Paradigmen der Counterculture wurden jedoch in Form konsumierbarer Lebensstile in kapitalistische Kalküle integriert. Denn die Umsetzung der Counterculture war nicht revolutionär formatiert, sondern setzte auf Organisation. Sie fand sich im netten Ladenkollektiv, in der solidarischen Produktionsgemeinschaft etc. Doch durch Organisation wurde die Counterculture kapitalistisch integrierbar. Das antikapitalistische Potenzial der Counterculture ging gänzlich verloren.

In seinem Vortrag wird der Soziologe Jan Fuhrmann die kapitalistische Integration der Counterculture aus der Perspektive einer postfundamentalen Systemtheorie analysieren, um aus der Analyse Perspektiven für eine mögliche antikapitalistische Revolution abzuleiten.

Der Vortrag ist auf dt, der Raum barrierearm. Eintritt ist frei! Mehr zur Veranstaltung und aktuelle Infos auch auf Facebook.